Kein Mensch weit und breit, nur die Sonne, das Meer, einer der einsamsten Strände und du – und vielleicht die Strandbar, die nur für dich geöffnet hat. Gut, der zweite Halbsatz ist unrealistisch und nicht gerade förderlich fürs Geschäft. Wenn man nicht gerade einen Partyurlaub plant, klingt diese Beschreibung doch nach einem Traumurlaub, oder? Doch Menschen sind Gewohnheitstiere, manchmal gar wie Lemminge und reisen dorthin, wo es günstig ist oder wo andere schon waren. In der Folge landen viele an den üblich verdächtigen Stränden, die einer menschlichen Sardinenbüchse gleichkommen. In diesem Beitrag wollen wir dir zeigen, wie du wirklich noch fast unberührte Strände in Europa findest.

Der Ansatz, nach weniger besuchten Stränden zu suchen oder einen Strandurlaub zu buchen, der einem nicht gleich als Erstes in den Sinn kommt, hat dabei nicht nur einen entspannten Urlaub zur Folge. Du förderst damit auch Reiseziele, die sonst eher im Schatten der großen Touristenmetropolen stehen und schonst zudem die Umwelt und die Einheimischen, indem du den Massentourismus umgehst.

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Natürlich, wenn wir über Strandurlaub nachdenken, kommen uns vor allem die Touristenzentren auf Mallorca, der Costa del Sol und der griechischen Inseln in den Sinn. Doch bei einer Küstenlänge von über 46.000 Kilometern – und wir reden nur vom europäischen Teil des Mittelmeeres – muss es doch mehr geben? Und ja, das tut es.

Hier sind 7 Tipps, wie du die einsamsten Strände Europa findest

Ohne Frage, ein einsamer Strand ist ein Sehnsuchtsort. Allein der Gedanke daran versprüht Vorfreude auf den nächsten Urlaub. Wenngleich die Realität oft anders aussieht. Nicht jeder ist tatsächlich gemacht für einen buchstäblich einsamen Strand. Man muss sich bewusst sein, dass, dort wo niemand hingeht, die Infrastruktur entsprechend limitiert ist. Nicht immer gibt es eine coole Strandbar ums Eck oder ein Hotel, um im Strandort zu übernachten. Wi-Fi? Fehlanzeige. Doch mit entsprechender Vorbereitung erlebst du möglicherweise den Urlaub deines Lebens.

Jetzt aber viel Spaß bei deiner Entdeckungsreise zu den einsamsten Stränden Europas:

#1 Einsame Strände in weniger beliebten Regionen

Eine weniger beliebte Region bedeutet nicht, dass es dort nicht wunderschön sein kann. Sie sind nur nicht so überlaufen und vollgestopft wie die großen Strandmetropolen, etwa Barcelona, Platja de Palma auf Mallorca, oder Fuengirola in Andalusien. Oft lohnt sich ein genauerer Blick über den Tellerrand. Beispiel: Du möchtest nach Barcelona, da du die Stadt liebst? Versuche es mal mit den vielen Strandbädern zwischen Tarragona und Barcelona. Sie sind zudem verbunden mit einer Regionalbahn, sodass du jederzeit von deinem heimeligen Strandort innerhalb von 30 bis 60 Minuten nach Barcelona reisen kannst, wenn du es möchtest.

Sieh dir auch Länder oder Regionen an, die nicht sofort mit Strandurlaub in Verbindung gebracht werden. Wie wäre es mit Estland, das eine beeindruckende Küstenlinie an der Ostsee hat? Oder denke an das weniger bekannte Apulien in Italien, im Gegensatz zur überfüllten Amalfiküste. Sei bereit, von den ausgetretenen Pfaden abzuweichen und gib weniger beliebten Regionen eine Chance.

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#2 Die besten Zeiten für die einsamsten Strände Europas

Keine entlegene Insel, sondern der Strand von La Tejita auf Teneriffa – zur richtigen Zeit.

Das obere Foto zeigt, wie einsam Strände selbst in beliebten Ferienregionen sein können, wie hier auf Teneriffa. Du musst nur vom Mainstream abweichen und andere Orte in Betracht ziehen, die noch nicht so überlaufen sind. Entscheidend ist auch die Uhrzeit, zu der du einen Strand besuchst. Während die meisten Tourist:innen zwischen Hotelfrühstück und etwa 17:00 einen Strandabschnitt aufsuchen, ist für mich die entspannteste Zeit frühmorgens im Rahmen meines "Morning Walks" oder nach 17:00 zum Sonnenuntergang. Ich bin jedes Mal überrascht, wie viele zu dieser Zeit bereits aufbrechen, um die Ersten beim abendlichen Hotelbuffet zu sein.

Neben der Uhrzeit ist auch die Saison entscheidend. Im Sommer in Estland ist es an der Ostsee weniger überfüllt als im Sommer an der französischen Riviera, trotz sommerlicher Temperaturen. Im Winter in Andalusien, Portugal oder auf Malta dagegen findet man sehr entspannte Strandorte zu wirklich angenehmen Temperaturen.

#3 Frag Einheimische und erkundige dich in lokalen Medien

Hast du ein Airbnb gebucht, kommst du wahrscheinlich bei einer privaten Person unter oder bei einer Person, die dort zumindest in der Nähe lebt. Frag nach Insidertipps. Gibt es Strände jenseits der ausgetretenen Pfade?

Lokale Medien oder Instagram-Profile von Menschen in der Nähe sind ebenfalls hilfreich. Gehe dazu einfach auf das Suchsymbol bei Instagram, gib den Ort ein, an dem du dich befindest, ganz rechts auf „Orte“ und scrolle dich durch Bilder und Strände, an denen du gerne sein möchtest.

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#4 Online-Tools zur Suche nach abgelegenen Stränden

Google Maps: Ja, es klingt offensichtlich, aber Google Maps kann sehr nützlich sein, um abgelegene Strände zu finden. Du kannst die Satellitenansicht verwenden, um die Küstenlinie zu scannen und nach weniger belebten Stränden zu suchen. Außerdem sind die Bewertungen und Fotos anderer Nutzer:innen oft sehr hilfreich.

Windy.com: Ursprünglich als Wettervorhersage-App für Segler:innen und Kitesurfer:innen entwickelt, kann Windy auch zur Suche nach abgelegenen Stränden genutzt werden. Nutzer:inen teilen oft Fotos und Berichte von weniger bekannten Orten.

Komoot: Die Komoot-App nutze ich regelmäßig zum Wandern, aber du kannst sie auch nutzen, um Strände zu entdecken und den Empfehlungen zu folgen. Du kannst zudem die detaillierten topografischen Karten verwenden, um abgelegene Küstenabschnitte zu finden.

Park4Night: Obwohl diese App hauptsächlich dazu dient, Campingplätze und Parkplätze für Wohnmobile zu finden, enthält sie oft Informationen über abgelegene Strände, die von der Community geteilt wurden.

Beach Inspector: Eine beliebte Webseite, die nach eigenen Angaben mehr als 1.600 Strände weltweit getestet hat. Ganz sicher sind dort auch weniger bekannte Strände in Europa dabei.

#5 Naturreservate und Nationalparks

Wenn du einfach nur deine Ruhe haben möchtest und keinen längeren Aufenthalt an einem einsamen Strand suchst, sind Naturreservate und Nationalparks das Richtige für dich. Sogar auf Mallorca gibt es noch Naturparks, die eigentlich vom Strandtourismus abgeschottet sind, aber nicht weniger erholsam (und besuchbar) sind. Zu diesen Parks zählen etwa Playa del Muro bei Alcúdia, wo du Bettenburgen vergeblich suchst, oder Playa de Cofete auf Fuerteventura, wo du nur mit einem Geländewagen hinkommst.

Auf dem Titelbild oben siehst du die Duna de Bolonia, etwas westlich von Tarifa in Südspanien. Der Strand ist nicht so leicht zugänglich und Hotels sind hier Fehlanzeige. Dafür wirst du mit einem der schönsten und entspanntesten Strände Europas belohnt.

Es muss nicht immer Barcelona sein: Am Stadtstrand von Corralejo, Fuerteventura kann man im Januar wunderbar entspannen.

#6 Dank Wassersport versteckte Orte entdecken

Überall, wo man mit dem Auto oder gar mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hinkommt, ist es sehr wahrscheinlich, dass du nicht ganz allein bist. Wie wäre es mal mit etwas ganz Außergewöhnlichen und du mietest dir ein Ruderboot (oder etwas Schnelleres), mit dem du entlegene Buchten und Strände besuchen kannst? Individueller und einsamer geht es nicht.

#7 Inseln mit geringer Bevölkerungsdichte suchen

Auch das klingt eigentlich selbsterklärend, aber viele tun es trotzdem nicht. Nutze – wieder mal – Google Maps und halte Ausschau nach Inseln, die sonst niemand auf dem Schirm hat. Okay, es wäre gut, wenn es zwei bis drei Hotels gibt, aber vielleicht kein Touristenort mit 20-stöckigen Bettenburgen.

Geh auf Erkundungstour durch die Meere Europas und entdecke deine nächste Insel, auf der du dich entspannen und dem Massentourismus entfliehen kannst.

💡
Insider-Tipp: Kroatien
Kroatien wird unter Strandliebhaber:innen immer beliebter. Zwar gibt es an der langen Adriaküste in der Regel keine Sandstrände, sondern feinen, weißen Kiesel, dafür aber unzählige teils bewohnte, teils unbewohnte Inseln. Allein der Nationalpark Kornaten zwischen Zadar und Šibenik umfasst 150 Inseln. Vielleicht ist ja auch eine für dich dabei? 😉

Wenn man bedenkt, dass die Gesamtlänge der Küstenlinie Europas, inklusive Inseln und Halbinseln, sogar mehr als 110.000 Kilometer beträgt, sollte es doch möglich sein, Orte zu finden, an denen der Massentourismus eine untergeordnete Rolle spielt. Im Gegenteil. In den weniger bekannten Gegenden kannst du nicht nur bestens entspannen, sondern tust der einheimischen Bevölkerung einen großen Gefallen. Einerseits entlastest du beliebte Ferienorte, andererseits unterstützt du Einheimische in weniger frequentierten Orten durch deine Ausgaben als Tourist:in vor Ort, aber viel wichtiger: durch deine Wertschätzung.

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